Angedacht

„Wow, was für ein Fest!“ So titelten am Montag die Ruhr- Nachrichten ihre Fotostrecke zum Kirchentag. Und schrieb dann in dem dazu passenden Artikel: „Mit ihrer Offenheit, Fröhlichkeit, dem achtsamen Umgang miteinander haben die Gäste des Kirchentages auch viele Dortmunderinnen und Dortmunder angesteckt. Anders als so mancher es erwartet haben mag, war der Kirchentag keine Veranstaltung für grauhaarige Menschen, die sich als letzte ihrer Art noch einmal vor dem Untergang vergewissern wollten, dass es sie noch gibt. Es war im Gegenteil eine äußerst quirlige Mischung aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Alters, die die Straßen und Plätze belebt haben. Wer immer die Kirche schon abgeschrieben hat als ein vor sich hinsiechendes Relikt längst vergangener Zeiten, wurde eines Besseren belehrt. Kirche präsentierte sich als lebendige, erstaunlich junge, tatendurstige Gemeinschaft, die leidenschaftlich diskutiert und gleich danach einfach im Kreis sitzt und fröhlich singt und tanzt. Der Kirchentag hat gezeigt, wie achtsam Menschen miteinander umgehen können. Nicht nur, dass es in jeder Hinsicht ein friedliches Fest war. Nicht nur, dass es keine Müllberge gab wie sonst bei Massenveranstaltungen. Das wirklich Beeindruckendste war die Art, wie die Menschen einander begegneten: offen, freundlich, tolerant, hilfsbereit, geduldig, aufmerksam, aufeinander zugehend. Wäre schön, wenn das immer und überall so wäre.“
So eine Berichterstattung in der Zeitung macht schon stolz! Es hat gutgetan, mal wieder zu sehen, dass wir immer noch „viele“ sind. Und dass es immer noch auch so viele junge Menschen gibt, die etwas mit Kirche und Kirchentag anfangen können.
Die Menschen in Dortmund haben den Kopf gehoben und sich gewundert: Diese Christen sind tatsächlich etwas Besonderes! Ihr Glaube bringt sie dazu, all das zu sein, was wir uns im Miteinander wünschen. Und dann auch noch politisch zu handeln, aufzustehen, für andere einzutreten.
Mit dem Kirchentag haben wir der Stadt und dem Ruhrgebiet gezeigt, dass evangelische Christen, wenn sie gemeinsam auftreten, durchaus beeindrucken können. Und so mancher Außenstehende hat in Bus oder Bahn oder auf der Straße dann tatsächlich mal nachgefragt: Was bedeutet dir dein Glaube?
Jetzt, wo der Kirchentag vorbei ist, wird der Alltag wieder einkehren. Hoffentlich wird das Ereignis und das Staunen noch eine Weile in den Köpfen bleiben. Und wir, als die Gemeinden des Kirchenkreises Dortmund, haben die Chance, hier im Alltag die Menschen weiter zum Staunen zu bringen. Weil wir mehr Glauben, mehr Liebe, mehr Hoffnung, mehr Achtsamkeit, mehr Geduld, mehr Toleranz, mehr Hilfsbereitschaft zeigen als die anderen. Und darin können wir punkten! Ihre Monika Holthoff! 

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