Angedacht

„Glückauf und Halleluja!“

Ein wunderbarer Gruß, finde ich! Er passt zum Ruhrgebiet, denn hier kann man sich, obwohl das Ende des Bergbaus nun im Dezember tatsächlich definitiv gekommen ist, immer noch „Glückauf!“ wünschen.

Fragt man das Lexikon, dann beschreibt „Glückauf“ wohl ursprünglich den Wunsch der Bergleute, es mögen sich neue Erzgänge auftun. Also wäre „Glückauf“ eine Abkürzung der längeren Grußformel: „Ich wünsche dir Glück, damit sich dir neue Gänge auftun“.  Außerdem denkt man bei dem Gruß ja auch immer an den Wunsch, dass alle Bergleute nach der Schicht bitte wieder gesund und munter aus dem Bergwerk hochkommen. Glück bei der Auffahrt – wenn es wieder unaufhaltsam bergauf geht, sozusagen.

Und Halleluja? Das ist die hebräische Kurzformel für „Lobt Gott!“ – ist aber gleichzeitig auch ein Ausdruck des Jubels und der überschäumenden Freude und Dankbarkeit.

„Glückauf und Halleluja!“ – Neue Gänge, neue Möglichkeiten, es geht aufwärts! Und deshalb: Freude und Jubel! Was kann man sich Besseres wünschen? Auch für unsere Kirche und unsere Gemeinde!

Und deshalb fand ich es auch richtig gut, als vor zwei Jahren auf dem Kirchentag in Berlin und Wittenberg mit genau diesem Slogan für den neuen Kirchentag 2019 in Dortmund geworben wurde. Es war ein bisschen so, als würden die Dortmunder mit diesem Slogan eine riesige Zuversicht und ein Gottvertrauen ausströmen, Herzlichkeit, Freude und Begeisterung.

Jetzt ist im letzten Jahr vom Kirchentagskommittee noch ein neuer, der offizielle Slogan hinzugekommen. Und der heißt: „Was für ein Vertrauen“. Ein bisschen sperriger vielleicht als „Glückauf und Halleluja“. Aber im Grunde geht es um das Gleiche! Es geht um die Frage, wie wir es schaffen können, mit Gottvertrauen und Zuversicht in die Zukunft zu gehen: In eine Zukunft, in der es bergauf geht und die Grund zu Freude und Jubel gibt. Und dies gerade angesichts der Aufgaben und Fragen, die sich der Gesellschaft und den christlichen Kirchen in dieser Zeit stellen.

„Was für ein Vertrauen!“ Man kann diesen Slogan unterschiedlich aussprechen:

Voll ehrlichen Staunens zum Beispiel: Unglaublich, dass jemand in der heutigen Zeit überhaupt noch Vertrauen haben kann, gegen allen Augenschein und gegen alle Fakten.

Oder voller Anerkennung: Donnerwetter, was für ein Vertrauen“ Stark. Das hätte ich auch gern. Aber ich weiß nicht, wie.

Es könnte auch eine offene, interessierte Frage sein: Was ist das eigentlich für ein Vertrauen, das du da hast als Christin, als Christ? Woher hast du das? Trägt es dich – auch wenn es mal dicke kommt? Erzähl mir davon!

Und auch zynische Häme könnte in den Worten liegen: Was seid ihr doch für blauäugige, naive Gutmenschen, dass ihr immer noch an Gott und an das Gute glaubt!

Nagende Selbstzweifel stecken auch da drin: Was machen wir da eigentlich, indem wir auf Gott vertrauen. Können wir das ehrlicherweise tun? Vertrauen – wenn wir wahrnehmen, was in der Welt geschieht?

Was für ein Vertrauen.

Auf dem Kirchentag, der unser kirchliches Leben hier in Dortmund in diesem Jahr sicher massiv beschäftigen wird, wird es in vielfacher Hinsicht um die Frage gehen, was es heißt, auf Gott zu vertrauen. Gerade heute. Wir werden viele Fragen stellen und gemeinsam nach Antworten suchen. Und wohl auch aufgerufen sein, unser Vertrauen, unsere Zuversicht, unsere Hoffnung mit so viel „Glückauf und Halleluja“ zu zeigen, wie wir können.

Und unsere Gemeinde wird mittendrin sein! Wir werden Gäste aus nah und fern haben, die wir gastfreundlich bewirten wollen. Wir werden uns zeigen auf dem Abend der Begegnung, werden ein Feierabendmahl in unserer Kirche anbieten. Wir werden den Kirchentag auch genießen und auch als Gemeinde aus der Gemeinschaft aller Gläubigen dieser Tage selbst Kraft und Vertrauen ziehen können. Denn der Kirchentag wird uns hier in Dortmund zeigen: Ihr seid nicht allein. Nein, ihr seid immer noch viele! Und viele gemeinsam haben mehr Kraft, mehr Vertrauen, mehr Liebe und mehr Hoffnung als einer allein!

Ich wünsche mir, dass das Jahr 2019 ein Jahr wird, in dem unsere Gemeinde so richtig viel Kraft und Zuversicht und Begeisterung schöpft. Wir sind eine Gemeinde, das zeigt sich schon jetzt im Vorfeld, in der Menschen sich ansprechen und begeistern lassen. Wo Menschen miteinander anpacken und helfen. Sie und ihr alle, ihr seid das beste Beispiel dafür! Deshalb sagen wir Danke für das vergangene Jahr und: Glückauf und Halleluja! Für das nächste Jahr!

Damit auch die Leute in Brechten sagen, wenn sie uns sehen: Donnerwetter! Was für ein Vertrauen diese Leute in der Gemeinde haben! Welche Zuversicht! Und welche Hoffnung! Das ist mein Wunsch für uns alle. Amen.

Ihre M. Holthoff!

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